Was ist Trial

TRIAL - die hohe Schule des Motorradfahrens

04-content-2010Der Trialsport ist die Basis des Motorradfahrens- der Fahrer ist andauernd mit den extremsten Fahrsituationen konfrontiert, die seinem aktuellen Können entsprechen. Trotzdem kann von der sichersten Sportart gesprochen werden, die auf Motorrädern ausgeführt werden kann. Die Anforderungen wachsen mit dem Können des Sportlers mit, sodass der Anfänger, der auf losen Boden einfache Figuren fährt und seine ersten Steigungen und Gefällestrecken meistert, ebenso gefordert ist wie der Könner, der trainiert um die Übungen der nächsten Anforderungsklasse zu erlernen.

Trialfahren trainiert die Kondition, die Reaktionsfähigkeit, das Gleichgewichtsgefühl, die Selbstbeherrschung und die Entschlossenheit. Es kann jeder seiner Fähigkeit entsprechend trainieren und den vollen Spaß an dieser eleganten und preiswerten Motorsportart auskosten. Vom Hobbyfahrer im familiären Clubrahmen bis zu den artistischen Leistungen der Spitzenfahrer sind alle Abstufungen möglich. Mit dem Trialsport kann jeder interessierte beginnen, wobei bereits ab einem Alter von 10 Jahren ein sinnvoller Einstieg erfolgen kann. Trial ist die Wiege des Motorradsportes nicht nur aus geschichtlicher Sicht, sondern es wird ein fahrtechnisches Wissen und Können verlangt und vermittelt, das den soliden Grundstein für praktisch jeden Motorsport legt.

TRIAL - als Hobby und Freizeitbeschäftigung

07-content-2010Trial als Hobby und Freizeitbeschäftigung ist keine nach starren Regeln ablaufende Normsportart in vorgefertigten Sportstätten. Es ist vielmehr vergleichbar den Anfängen (1909 - 1914) in Schottland- da will ich versuchen hinaufzukommen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Vielleicht hat sich die Aufgabe gewandelt, man sucht sich Kehrenkombinationen aus, Stufen, Steilstiche usw. Das Hinaufkommen und Schaffen allein - wie früher - ist das Ziel, und die Füße sollen dabei auf den Rasten bleiben. In diesem Stadium verabredet man sich bezeichnenderweise nicht zum Training, sondern - liebevoll - zum Mopedfahren. Nicht selten kann man sich einen ganzen Nachmittag an einer Sektion vergnügen, weil immer wieder neue Varianten herausfordernd ins Auge springen. Es ist eine Spielform, bei der die Aufgabe jeder frei für sich selbst, seinen Vorstellungen und Fähigkeiten entsprechend, bestimmt - idealer geht es kaum!

Trial ist auch in anderer Hinsicht eine freie Sportart- Jahres und Tageszeit sind egal und das Wetter muß ohnehin kein Hindernis sein. Den was für Kinder gilt, trifft auf den Trialer ebenfalls zu, wer konzentriert spielen kann, ist auch in der glücklichen Lage, alles um sich herum zu vergessen- welch erholsamer Zustand.

Ohne Schweiß kein Preis

06-content-2010Es ist Aufgabe des Sports den spielerischen Ausgleich zur Arbeitswelt zu suchen und im freien Spiel der Kräfte die Grenzen der eigenen Person zu weiten.
Na also! Da haben wir`s! Nicht von mir und nicht von Schiller, sondern von Pierre de Coubertin, der die Auferstehung der olympischen Idee besorgte.

Früher, im antiken Griechenland, kämpften die besten bei der Olympiade noch um den Siegespreis in Form eines Ölzweiges.  Ich wiederhole;  Ölzweig! - Gedankenstrich ......

Dinge also, die schon damals massenhaft in der Geographie herumwuchsen,  jedenfalls viel massenhafter als heute jemals Medaillen und Pokale im Lande verstauben können und dann noch in der freien Natur für jeden zu haben, für jeden greifbar kostenlos.  Einfach unfassbar.  Aber die alten Griechen hatten eben ihre Götter, und die wollen das, und die Götter machten kurzum den Sport zu einem ganz wichtigen Bestandteil ihrer irdischen Gesetzgebung.

Heute haben wir keine Götter mehr. Jedenfalls nicht mehr diese alten, abgedienten.  Daher hat der Herr de Coubertin den verschütteten olympischen Gedanken bei seiner Ausgrabung erst mal tüchtig abstauben und neu polieren müssen. Und wie er jetzt ausstrahlt im spielerischen Ausgleich zur Arbeitswelt und im freien Spiel der Kräfte! Oh, es ist eine Freude wie die Olympiakämpfer heute ihre Ölzweige, Verzeihung, Medaillen, kräftespielend so im Vorbeigehen lässig gewinnen, und wie viele spielerisch auf Trimmpfaden, Volksläufen, Volksschwimmen, Volksradfahren und Volkslangläufen mit Stoppuhren und leistungsbesessenen sich ihren spielerischen Ausgleich zur Arbeitswelt erkeuchen. Mit dem "Spielerischen" scheint es also nicht ganz so zu klappen, mindestens in den genannten Bereichen des Hochleistungssports
bis hin zu den nach Leistung orientierten Volkssportveranstaltungen.

"Von der Stirn heiß rinnen muss der Schweiß" - womit wir doch noch bei Schiller gelandet sind. Sport treibt Schweiß, das weiß jeder Sportler. Das weiß der Trialsportler ganz besonders. Aber nicht der Schweiß zeugt des Trialers Glücks, sondern allein die Lust. Doch Schweiß muss nicht der Lust Feind sein!  Ich sage; er muß nicht, wer jedoch aus dem "muß nicht" scharfsinnig "kann doch" herausliest, hat es erfasst.

Lust mit oder trotz Schweiß, Lust hin oder her, Schweiß durch Anstrengung ist die conditio sine qua non, die Voraussetzung für jeden gesunden Sport- ja für Gesunderhaltung überhaupt.
Wem jene harte Tatsache wie eine Nadel ins Herz sticht, der möge diese Ausführung nicht weiterlesen, sondern lieber das zartmüde Körperchen schonen und die schöne Seele pflegen. Solches dürfte aber auf einen Trialsportler kaum zutreffen. Der geneigte Weiterleser wird früher oder später zu der Erkenntnis kommen- so er sie noch nicht hat- dass es gar nicht so schwer ist, "im freien Spiel der Kräfte die grenzen der eigenen Person zu weiten", womit wir wieder beim Herrn de Coubertin sin und damit am Ausgangspunkt wären.